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Kinder und Inklusion – Wie Vielfalt zur Normalität werden kann

In einem persönlichen Gespräch hat uns Melissa Julianas, Moderatorin und Autorin, erzählt, wie es zu ihrem ersten Kinderbuch „Poppy und die Olympischen Kinderspiele“ kam, was wir Erwachsenen zum Thema Inklusion von Kindern alles lernen können und warum ihr das Aufzeigen von Stärken so am Herzen liegt.

Redaktion: Könntest du uns kurz von dir erzählen?  

Melissa Julianas: Ich bin 1995 in Klagenfurt geboren. Gleich nach der Matura zog es mich für eine Ausbildung zur Sprecherin und Moderatorin und das Studium Theater, Film und Medien nach Wien. Alles, was ich dort lernte, konnte ich als Moderatorin und Eventregisseurin bei unterschiedlichen Privatsendern gleich in die Praxis umsetzen. Einen speziellen Fokus legte ich dabei auf Sportveranstaltungen. Ich habe beispielsweise bei der Handballeuropameisterschaft, bei den Vienna Capitals oder bei den Australian Open moderiert. Letztes Jahr startete ich dann ein zweites Studium in Religionspädagogik.

Redaktion: Vor Kurzem hast du dein erstes Kinderbuch zu den Themen Inklusion und Vielfalt veröffentlicht. Wie kam es dazu?

Melissa Julianas: 2017 habe ich bei den Special Olympics, einer internationalen Sportveranstaltung für Menschen mit Beeinträchtigung, in Graz moderiert. Dieses Event und die Menschen, denen ich dort begegnete, mit all ihren unterschiedlichen Talenten, waren sehr bereichernd für mich. Es entstand die Idee für „Poppy und die Olympischen Kinderspiele“ – ein Kinderbuch, das die Stärken der Kinder, egal ob mit oder ohne Behinderung, hervorhebt.

Redaktion: Genau wie discovering hands legst du also den Fokus auf die Stärken und nicht die Schwächen eines Menschen. Warum ist dir dieser besondere Blickwinkel so wichtig? 

Melissa Julianas: Schon in meiner Schulzeit, habe ich mich immer auf die Seite der vermeintlich Schwächeren gestellt, auf die Seite jener, die meiner Ansicht nach ungerecht behandelt wurden. Ganz oft kam ich wirklich wütend nachhause, weil es so oft vorkam, dass Lehrer*innen die Schwächen gewisser Schüler*innen bloßgestellt haben. Das Ziel einer solchen Vorgehensweise blieb mir immer ein Rätsel. Meiner Meinung nach soll das Hauptaugenmerk auf die Stärken gelegt werden. Und es gibt ganz viele Möglichkeiten für Lehrer*innen und auch Eltern, um diesen Ansatz konkret umzusetzen. Im Rahmen meines derzeitigen Studiums in Religionspädagogik habe ich schon von so vielen Übungen und Methoden gehört, die speziell darauf abzielen, die Stärken zu fördern. Beobachtung und sich Zeit für das einzelne Kind zu nehmen, wäre zum Beispiel ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Nur so kann das Potential – das mit 100-prozentiger Sicherheit jedes einzelne Kind hat – erkannt und gefördert werden. 

Redaktion: Im Schreibprozess hast du dich bestimmt auch intensiv mit Kindern zum Thema Inklusion und Vielfalt ausgetauscht. Wie schätzt du das aktuelle Wissen und Bewusstsein von Kindern zum Thema Inklusion ein?

Melissa Julianas: Bisher habe ich von Kindern zu meinem Buch nur positives Feedback bekommen. Die Kinder schätzen das, wenn möglichst viele Kinder aus ihrem eigenen Umfeld in verschiedenen Medien, in meinem Fall Büchern, vertreten sind. Ein besonders positives Feedback habe ich von einem dunkelhäutigen Mädchen bekommen, das sich enorm gefreut hat, das auch „jemand wie sie“ in meinem Buch vorkommt. Ein anderes Kind mit Beeinträchtigung hat genau das gelobt, was auch mir persönlich sehr wichtig war: Der Grund für eine Behinderung wird in „Poppy und die Olympischen Kinderspiele“ nie thematisiert. Es wird nie gefragt, warum sitzt du im Rollstuhl oder warum trägst du so eine dicke Brille. Alle werden einfach so akzeptiert, wie sie sind.

Redaktion: Wie könnte man dieses Bewusstsein deiner Meinung nach weiter fördern?

Melissa Julianas: Generell ist es ausschlaggebend für Kinder, wie ihnen Heterogenität und Inklusion vorgelebt wird und welchen Zugang sie von Eltern und Lehrer*innen mitgegeben bekommen. Andererseits können wir „Großen“ in dieser Hinsicht aber auch enorm viel von unseren Kindern lernen. Die meisten Kinder gehen viel unvoreingenommener an das Thema Vielfalt und Inklusion heran als wir Erwachsenen. Für sie sind die Unterschiede einfach da und werden nicht hinterfragt, bewertet oder interpretiert.

Redaktion: Was können Eltern, Lehrer*innen und andere Bezugspersonen in diesem Zusammenhang konkret beitragen? Hättest du hier einige Tipps und Tricks für uns?

Melissa Julianas: Vielfalt fördern und über Vielfalt sprechen! Der direkte Kontakt mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen oder auch Menschen mit Behinderungen kann Vorurteile vorbeugen beziehungsweise abbauen und für Kinder unglaublich prägend sein – dasselbe gilt natürlich auch für Erwachsene. Auch ich, obwohl ich persönlich schon sehr sensibilisiert für das Thema Inklusion und Vielfalt bin, habe von meinen vielfältigen Berater*innen mit und ohne Beeinträchtigung im Schreibprozess noch einmal extrem viel gelernt und mir bisher verborgene, eigene Vorurteile erkannt.

Redaktion: Woran arbeitest du aktuell und was sind deine Pläne für die Zukunft? Sind weitere Projekte deinerseits zur Förderung von Inklusion in Planung?

Melissa Julianas: Mit „Poppy und die Olympischen Kinderspiele“ habe ich noch viel vor. Hier ist mir jedoch COVID-19 ein bisschen dazwischengekommen. Geplant sind unter anderem Veranstaltungen und Lesungen in Schulen. Auch Arbeitsblätter für den Unterricht zur Thematik Inklusion und Vielfalt rund um „Poppy und die Olympischen Kinderspiele“ sind in Planung. Darüber hinaus ist mein Hauptprojekt im Moment der Abschluss meines Studiums in Religionspädagogik, um Themen und pädagogische Ansätze, die mir wichtig sind, möglichst bald auch Kindern näherbringen zu können. Außerdem arbeite ich an einem weiteren Kinderbuch. Diesmal soll es in Richtung Fantasy gehen.

Redaktion: Als Inklusionsexpertin, was hältst du von unserer discovering hands Initiative? 

Melissa Julianas: discovering hands verbindet Menschen mit Behinderung und Menschen ohne Behinderung. Alleine dadurch baut ihr Vorurteile ab, schafft einen Perspektivenwechsel und Verständnis. Und das Schönste daran ist, dass durch euch aufgezeigt wird, dass ein vermeintlicher – von der Gesellschaft festgeschriebener Makel – sogar Leben retten kann.Ihr zeigt versteckte Potentiale auf!

Redaktion: Botschaft zum Schluss: Was möchtest du discovering hands aber auch unseren Leser*innen sonst noch mitgeben?

Melissa Julianas: Liebes discovering hands Team, bitte weiter so! Ich bin froh, dass es eine Initiative wie eure gibt. Und liebe Leser*innen, vielleicht ist es ja noch nicht zu spät für einen weiteren Neujahrsvorsatz: Versucht doch mal bewusst neuen Situationen und neuen Menschen offen gegenüberzutreten, sie wahrzunehmen, ohne sie zu deuten oder zu bewerten. Versucht euer jeweiliges Gegenüber einfach so zu nehmen, wie er oder sie ist.

Redaktion: Vielen Dank für das spannende Gespräch!

Redakteurin: Helena Gabriel

Melissa Julianas Kinderbuch "Poppy und die Olympischen Kinderspiele" gibt es hier zu erwerben. 

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