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„Du bist nicht allein“ – das Credo einer Powerfrau

In einem persönlichen Gespräch hat uns Mona Elzayat, Autorin und Coach, erzählt, wie die Diagnose Brustkrebs ihr Leben auf den Kopf gestellt hat, was sie aus diesem Schicksalsschlag gelernt hat und woher sie ihre unglaubliche Kraft nimmt!

Portrait: Mona Elzayat / Zitat Mona Elzayat: Gerade das Thema Gesundheit ist sehr von Machtpolitik, Konkurrenzkampf und Geld geprägt. [...] Das hat mir immer ein bisschen wehgetan.

Redaktion: Könntest du uns kurz von dir und deinem Werdegang erzählen?

Mona Elzayat: Gleich nach meiner Matura habe ich eine Ausbildung zur Bankkauffrau gemacht und danach viele Jahre in einer Bank gearbeitet. Dort habe ich mich bis zur Führungsebene hinaufentwickelt und nebenbei eine Ausbildung zur Trainerin für Verkauf und Kommunikation absolviert, die mir die Bank in Zusammenarbeit mit der Uni Klagenfurt ermöglicht hat. Mitarbeiter*innen und Lehrlinge auszubilden und in ihrer Weiterentwicklung zu unterstützen, hat mir dabei immer besonders viel Spaß gemacht. So habe ich nach einigen Jahren auch gemerkt, wie wichtig mir die Arbeit mit Menschen ist und, dass mir das Materielle nicht so wichtig ist, wie es einer Führungskraft in einer Bank sein sollte. Ich habe mich kurzerhand beruflich umorientiert, eine Ausbildung zur Pharmareferentin gemacht und auch als solche in die Pharmabranche gewechselt. Dort war ich als Regionalleiterin, Salesmanagerin Gynäkologie sowie als Klinikreferentin Onkologie tätig und habe dadurch sehr viel zu den Themen Frauengesundheit und Medizin dazugelernt. Nebenbei habe ich ein Teilstudium in Psychologie sowie ein Masterstudium in Coaching, Organisationsberatung und Personalentwicklung absolviert. Mitten in meiner Hochphase wurde ich dann leider durch die Diagnose Brustkrebs aus dem Leben gerissen, und zwar auf eine ganz brutale Art und Weise.

Redaktion: Möchtest du uns mehr dazu erzählen?

Mona Elzayat: Wie soll ich sagen, ich habe nicht damit gerechnet, dass es mich so schwer trifft, aber ich habe leider auf meine erste und einzige neoadjuvante Chemotherapie eine Sepsis mit Multiorganversagen bekommen. Die Ärzt*innen hatten mich schon aufgegeben. Nur dank meiner Familie sitze ich heute noch hier. Sie hat weitergekämpft und trotz Protesten der Ärzt*innen veranlasst, mich mit einem Hubschrauber von einem Peripheriekrankenhaus in Niederösterreich ins AKH in Wien zu bringen. Ich habe überlebt, aber der Weg zurück ins Leben war schwer. Es hat viele Monate gedauert bis ich wieder gelernt hatte zu sitzen. Erst nach einem Jahr konnte ich zum ersten Mal wieder aus dem Rollstuhl aufzustehen. Und noch immer leidet mein Körper natürlich unter den damaligen Komplikationen.  

Redaktion: Nach all deinen Erzählungen, liegt die nächste Frage auf der Hand: Woher nimmst du deine unglaubliche Kraft?

Mona Elzayat: Ich nehme sie von Gott! Da ich sehr gläubig bin, habe ich mich trotz allem immer beschützt gefühlt und aus dieser schwierigen Zeit einen wichtigen Auftrag mitgenommen: Keiner Frau sollte das widerfahren, was mir widerfahren ist. Und genau dieser Auftrag hat mich dann zu Europa Donna geführt, einer Organisation, die sich seit 1994 auf nationaler und auch europäischer Ebene für die Rechte von Brustkrebspatientinnen einsetzt.

Redaktion: Viele Jahre warst du also Präsidentin von Europa Donna in Österreich und auch europaweit. Du hast dich auf allen Ebenen für das Wohl von Brustkrebspatientinnen eingesetzt. Wie kam es dazu?

Mona Elzayat: Nach meinem Schicksalsschlag habe ich 2013 für Europa Donna Austria einen Blog gestartet. Unser Ziel dabei war es, evidenzbasierte Informationen rund um diese Krankheit in Patient*innensprache an die Leute zu bringen. 2014 wurde ich dann zur Präsidentin von Europa Donna Österreich und 2016 ins internationale Executive Board von Europa Donna – Die Europäische Brustkrebs Koalition – gewählt. 2018 wurde ich dann auch auf europäischer Ebene zur Vize-Präsidentin und 2019 zur Präsidentin von Europa Donna. So konnte ich mich über Jahre hinweg nicht nur in Österreich, sondern europaweit für die Rechte und die Aufklärung von Brustkrebspatient*innen einsetzen. Nach und nach habe ich aber gemerkt, mein Körper hat die Kraft nicht mehr, das alles zu schaffen. Ich musste mir eingestehen: „Ich habe getan, was ich konnte, aber nun ist es an der Zeit auf mich zu schauen!“ So habe ich begonnen, ein bisschen leiser zu treten – unter anderem auch um mehr Zeit mit meiner Familie, meinen beiden erwachsenen Söhnen und meinem Enkelkind zu verbringen.

Redaktion: Nach deinem Rücktritt als Präsidentin gibt es Europa Donna in Österreich leider nicht mehr. Warum das?

Mona Elzayat: Leider haben wir niemanden gefunden, der bereit ist, die viele ehrenamtliche Arbeit auf sich zu nehmen, die es braucht, um eine Initiative wie Europa Donna Österreich weiterzuführen. So mussten wir letzten Endes und schweren Herzens den Verein Europa Donna Österreich auflösen. Auf europäischer Ebene und in anderen europäischen Ländern geht die Arbeit von Europa Donna jedoch weiter. Und auch für Österreich besteht jederzeit die Möglichkeit für engagierte Menschen Europa Donna Österreich wieder ins Leben zu rufen – was ich natürlich sehr hoffe.

Redaktion: Was hast du aus deiner Zeit bei Europa Donna Österreich mitgenommen?

Mona Elzayat: Ganz viel, aber es war nicht immer leicht. Gerade das Thema Gesundheit ist sehr von Machtpolitik, Konkurrenzkampf und Geld geprägt. Es ist dadurch nicht einfach neben den Big Players der Gesundheitsbranche Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und seine Anliegen durchzubringen. Das hat mir immer ein bisschen wehgetan. Warum arbeitet man nicht einfach zusammen und unterstützt sich gegenseitig? Andererseits habe ich aber auch ganz viele wunderschöne Momente in meiner Zeit bei Europa Donna erlebt. Die Zusammenarbeit mit den Ärzt*innen, die so menschlich waren und uns so unterstützt haben ist nur eines von vielen Beispielen. Auch die ganz großen Expert*innen aus der Forschung waren uns immer positiv gesinnt. Und dann gibt es natürlich noch die vielen Brustkrebspatient*innen, mit denen ich arbeiten durfte. Es war so wunderschön tagtäglich deren Wertschätzung und Dankbarkeit zu spüren.

Redaktion: Als Resultat deiner Zeit bei Europa Donna kann man auch dein Buch Du bist nicht allein – Diagnose Brustkrebs: Leitfaden für Betroffene“ sehen, von dem vor Kurzem eine Neuauflage erscheinen ist. Wie kam es dazu? 

Mona Elzayat: Mein Blog zum Thema Brustkrebs wurde gut angekommen. Ich habe jedoch mit der Zeit gemerkt, dass vor allem ältere Leute keinen Computer haben und nicht so affin sind, dass sie Blogbeiträge online lesen können. So habe ich begonnen Blogbeiträge zu sammeln und aus diesen dann 2016 mein erstes Buch „Du bist nicht allein“ verfasst. Auch nach Veröffentlichung habe ich immer weiter recherchiert und alle neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse, Möglichkeiten und Therapieformen rund um das Thema Brustkrebs gesammelt und auch weitere Interviews mit besonders starken Frauen geführt. So kann ich das Buch regelmäßig updaten. Im Jänner 2021 wurde die aktuellste Neuauflage publiziert.

Redaktion: Seit Neuestem bietest du auch Coachings unter dem Motto „Du bist nicht allein“ an. Warum hat dieser Ausspruch so eine besondere Bedeutung für dich? Und was willst du bei anderen damit bewirken?

Mona Elzayat: „Du bist nicht allein“ ist mir so wichtig, weil es zwei Themenbereiche, die mich in meinem Leben besonders beschäftigen miteinander verbindet: Brustkrebs und Diversität. Sowohl als Brustkrebsbetroffene als auch als eine Frau, die aus zwei sehr unterschiedlichen Kulturen, nämlich Österreich und Ägypten, stammt, weiß ich aus persönlicher Erfahrung, dass man sich als Angehörige dieser Gruppen oft alleingelassen fühlt. Und genau dieses Gefühl lässt sich auf ganz viele soziale Gruppen und auch Lebenssituationen übertragen – sei es das Alter, eine Behinderung, die eigene sexuelle Orientierung und auch eine Religion, die eine Person von der breiten Masse unterscheidet, es führt immer zum Gefühl allein zu sein. Und genau dieses Gefühl möchte ich Menschen in meinen Coachings, die ich für Privatpersonen aber auch in Unternehmen anbiete, nehmen. Besonders hilfreich dabei ist meine vielfache Erfahrung – insbesondere auch mit emotionalen, aber auch physischen Extremsituationen.

Redaktion: Dich bewegt – genauso wie discovering hands – nicht nur das Thema Brustkrebs, sondern auch das Thema Vielfalt und Integration. Wie findest du also unsere Initiative und was möchtest du discovering hands aber auch unseren Leser*innen sonst noch mitgeben?

Mona Elzayat: Großartig, ich stehe zu 100 Prozent hinter euch und kann allen Leser*innen nur mitgeben: Nutzt das tolle Angebot von discovering hands, seien es die Tastuntersuchungen oder Schulungen zur Selbstuntersuchung der Brust – es kann euer Leben retten.

Redaktion: Zum Abschluss was Persönliches: Wenn du einen Wunsch frei hättest, was würdest du dir wünschen?

Mona Elzayat: Ich wünsche mir, dass die Menschheit wieder gesund wird und die Geborgenheit und die Nähe wieder spürt, die vorhanden ist.

Redaktion: Vielen Dank für das spannende Gespräch!

Redakteurin: Helena Gabriel

Näheres zu Mona Elzayat und ihrer Arbeit findet ihr hier. Das Buch „Du bist nicht allein – Diagnose Brustkrebs: Leitfaden für Betroffene“ findet ihr hier. Und neuerdings bietet Mona Elzayat auch kostenlose Webinare an, die sich gut als Basis für Coachings eignen.

 

 

 

 

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